Kommunale Stimme im ARD-Talk: Christian Erhardt-Maciejewski bei „Mitreden! Deutschland diskutiert“

„Nicht palavern, sondern pflastern“ – mit diesem zugespitzten Satz brachte Christian Erhardt-Maciejewski, Chefredakteur der Fachzeitschrift KOMMUNAL und Stadtverordneter in Brandenburg, am Montagabend (16.09.2025) in der ARD-Sendung „Mitreden! Deutschland diskutiert“ die Bedeutung der Kommunen auf den Punkt.

In der live übertragenen Diskussionsrunde aus der Dachlounge des rbb in Berlin ging es unter dem Titel „Feindbilder und Filterblase – Wo ist unsere Toleranz?“ um die Frage, ob Deutschland wirklich so gespalten ist, wie es in den sozialen Medien und politischen Debatten oft erscheint.

Neben Erhardt-Maciejewski diskutierten Soziologe Nils Kumkar (Universität Bremen, Autor des Buches „Polarisierung“) und die Autorin Sineb El Masrar.

Kommunale Erfahrung im Fokus

Erhardt-Maciejewski brachte die Perspektive der Städte und Gemeinden in die Sendung ein:

  • Kommunalpolitik als Kitt der Gesellschaft: Während in sozialen Netzwerken Empörung und Extreme dominieren, wird vor Ort in den Rathäusern und Gemeinderäten die Zukunft ganz konkret gestaltet. „Jenseits von TikTok-Trends wird dort entschieden, ob der Gehweg repariert, die Kita gebaut oder das Vereinsheim saniert wird.“

  • Gefährdung durch Aggressionen: Gleichzeitig warnte er vor dem rauer werdenden Klima. „Manchmal werden aus Worten Taten“, so Erhardt-Maciejewski mit Blick auf die steigenden Zahlen politisch motivierter Straftaten gegen Ehrenamtliche. Viele ziehen sich deshalb aus der Politik zurück.

  • Appell an die „vernünftigen Stillen“: Statt den Lautesten das Feld zu überlassen, müssten mehr Menschen ihre Stimme für eine konstruktive Debatte erheben.

Hintergrund

Laut der aktuellen R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“ fürchtet knapp jeder zweite Mensch eine Spaltung der Gesellschaft. Soziologe Kumkar betonte in der Sendung, Polarisierung sei zwar ein Mittel der politischen Kommunikation, dürfe aber nicht in die Bildung von Feindbildern umschlagen. Autorin Sineb El Masrar warnte davor, dass die „vernünftigen Stillen“ in den sozialen Medien zu leise seien.

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