Unser Chefredakteur im Gespräch: Volksfeststerben in Deutschland
Wenn im September Millionen Menschen in München das Oktoberfest feiern, sieht es in vielen Dörfern und Kleinstädten ganz anders aus: Kirmes, Kirschblütenfest oder Schützenumzug – immer mehr Veranstaltungen werden abgesagt. Sicherheitsauflagen, Kostenexplosionen und Bürokratie machen den Ehrenamtlichen das Leben schwer.
Dieses Thema bewegt nicht nur die Kommunen, sondern inzwischen auch die Medien. Unser Chefredakteur Christian Erhardt-Maciejewski war deshalb zu Gast bei Kontrafunk Klartext, um im Interview über das drohende „Volksfeststerben“ zu sprechen.
„Die Demokratie stirbt zuerst vor Ort“
Im Gespräch machte er deutlich: Dorffeste sind weit mehr als Bierbänke und Blasmusik. Sie sind das Herzstück der Gemeinschaft, Orte der Begegnung und des Miteinanders. Brechen sie weg, verlieren Gemeinden nicht nur Tradition, sondern auch Vertrauen.
Kostenexplosion statt Lebensfreude
Während das Oktoberfest eine weitere Sicherheitsauflage locker verkraftet, können kleinere Städte diese kaum stemmen. Ob 65.000 Euro für Sicherheitskonzepte, 30.000 Euro für Schallgutachten oder absurde Forderungen nach Asphaltmarkierungen auf Rasenflächen – das Ergebnis ist dasselbe: Absagen und Frust.
Lösungen statt Resignation
Im Interview betonte unser Chefredakteur aber auch: Es gibt Auswege. Kommunen können Konzepte gemeinsam entwickeln, Länder könnten mobile Sicherheitsdepots bereitstellen, und mit einem Sonderfonds für Dorffeste ließe sich das Ehrenamt entlasten.
Fazit
Das Oktoberfest läuft, doch im ländlichen Raum steht eine ganze Kultur auf dem Spiel. Dass über dieses Thema nicht nur in den Kommunen selbst, sondern auch in überregionalen Medien diskutiert wird, zeigt: KOMMUNAL setzt Themen, die gehört werden.
Das vollständige Gespräch mit Christian Erhardt-Maciejewski
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